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SCHALK WACH UFF...

Bis zum 20.01.2018...
01/20/2018 18:00

Das Spättlehansel

Die Spättlehansel zählen neben den Hexen zu den bekanntesten Figuren der Gengenbacher Fasend. Sie gehören zur Gengenbacher Fasend wie der Schalk zum Niggelturm und wie das Wasser in die Kinzig. Derzeit gibt es ungefähr 120 aktive Spättlehansel. Das Häs des Gengenbacher Spättlehansel besteht aus einer Hose, Jacke, Kopfhaube und einer Holzmaske. Es werden zweierlei Stoffe dachziegelartig ausgeschnitten, zusammengeführt, gewendet und dann überlappend auf den Anzug aufgenäht. Für ein Häs benötigt man ca. 1200 doppelt genähte Stoffstücke. Das Spättlehansel trägt eine freundlich dreinschauende Holzmaske mit angeschnitztem Haaransatz. An ihr ist die Kopfhaube – mit 2 schwarzen Tuchhörnern und kleinen Schellen – befestigt. Zum Häs werden dunkle Schuhe getragen. Das Spättlehansel schwingt in der Hand einen Stecken mit einer Saubloder, die ab und zu die Zuschauer zu spüren bekommen oder eine hölzerne Streckschere, an der oft Hüte oder Mützen »einfach hängen bleiben«. Auch für die Spättlehansel bildet der Hemdeglunker den Startschuß zur närrischen Zeit. Ab diesem Zeitpunkt wird gemeinsam mit den Hexen, die Gengenbacher Innenstadt zur so genannten »Narrenhochburg«. Zur großen Freude der Öffentlichkeit wird in dieser Zeit der Brauchtum des »Schnurren und Schnaigen´s« instensiv gepflegt. Schier unerschöpflich erscheint ihr Repertoire an dummem Zeug. Die Maske verleiht der Stimme einen eigenartigen Klang, was die Frage aufwirft: Wer steckt hinter der Maske? Der Einmarsch beim »Heitere Owe« ist der erste offizielle Auftritt der Spättlehansel und der Hexen. Unter Mitwirkung von vielen aktiven Hästrägern werden die heimatlichen Begebenheiten vor großem Publikum glosiert.

Am Mittwoch vor dem Schmutzigen stellen die Hexen ihren »Hexebesse« auf. Daneben stellen die Spättlehansel den großen Feuerhaken auf dem Marktplatz auf. Damit erinnern sie an eine Begebenheit aus dem Jahre 1499. Am Schmutzige Dunnerschdig geht´s zum »Schulustriebe« in die Schulen und anschließend in die Kindergärten.

Am darauffolgenden »Fasendfriddig« wird ein Spielnachmittag für große und kleine Kinder auf dem Marktplatz veranstaltet. Am Fasendsamschdig besuchen die Hästräger das Kreispflegeheim in »Fuschbe«, bevor es am Abend zum großen Schnurren und Schnaigen in die Lokale des Städtle´s geht. Am »Sundig« folgt der große Umzug durch die Straßen der Stadt. Am letzten Tag dem Fasendsdienstag findet das »Gizzigrufen« statt. Angeführt von den Hexen, Spättlehansel, dem Schalk und dem Bott ziehen die Kinder gemeinsam von Geschäft zu Geschäft um möglichst viele »Guzile«, Wecken oder Würstle zu erhaschen. Am letzten Abend zieht der Hexenkeller noch einmal als ganz großer Fasendsmagnet. Die Narren feiern hier oftmals bis zum ersten Hahnenschrei. Nur am »Zischdig« verlassen alle Narren pünktlich um 23.45 Uhr den Keller um der Verbannung des Schalks beizuwohnen, der dann pünktlich um Mitternacht im Niggelturm verschwindet.

Das Spättlehansel unterm Jahr | Wie kommt man in die Spättlehansel

Die Spättle gestalten gemeinsam mit den Hexen die Gengenbacher Fasend als lebendiges Brauchtum. Allem voran steht für die aktiven Narren der Spaß und das Motto: »Nur ä subere Fasend isch ä schene Fasend«. Die Spättlehansel treffen sich aber nicht nur in der Fasendzeit, nein auch unter dem Jahr gibt es oft Gelegenheit sich aktiv am Vereinsleben zu beteiligen. Im Frühjahr und im Herbst findet je eine Spättlehanselversammlung statt. Bei der Versammlung im Herbst werden die Anträge der »Neuspättle« vorgetragen. Diese haben zuvor bist am 31. Mai ihren Antrag (Vor- und Nachname, Anschrift, Telefon, Geburtsdatum, E-Mail, Datum, Unterrschrift und Foto) beim Narrenrat oder dem Spättlehanselgremium eingereicht und müssen diesen an diesem Abend vor der gesamten Spättlehanselschar vortragen. Alle anwesenden aktiven Spättlehansel können dem Antragsteller zustimmen oder die Stimme verweigern. Ein »Neuspättle« muss mindestens 80% der Stimmen auf sich vereinen um künftig das Häs eines Gengenbacher Spättlehansel tragen zu dürfen. Einmal im Monat reinigt ein »Spättlepuztgeschwader« unser Narrenmuseum im Niggelturm. In der fasendarmen Zeit treffen sich die Spättle zu Ausflügen und Wanderungen, einer der großen Höhepunkte bildet das Spanferkelessen jedes Jahr im Juli auf dem Harter Hof in Bermersbach. Damit unsere schöne Gengenbacher Fasend und deren Brauchtum so erhalen bleibt, sind viel Idealismus und viele freiwillige Helfer notwendig. Für die Gengenbacher Spättlehansel und Hexen wird die Narretei nicht nur auf die Fasendszeit beschränkt, auch während des Jahres ergeben sich viele Gelegenheiten die Kameradschaft zu pflegen. Viele sind stolz darauf, als Gengenbacher Spättlehansel oder Hexe Mitglied einer Narrenzunft zu sein, in der noch jeder jeden kennt.

 


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zuletzt aktualisiert am:19.07.2015, 11:40