Der Narrenrat

In unsere Satzung ist festgelegt, dass der Narrenrat aus 11 erwürdigen Männern der Gengenbach Stadt besteht. Tatsächlich sind es nur Männer, die dieses oberste Gremium der Narrenzunft bilden. Dieses Gremium ist wiederum unterteilt in den geschäftsführenden Vorstand, mit dem Zunftmeister, Kanzler, Schreiber, und Säckelmeister. Die anderen sieben Räte haben ebenfalls ihre speziellen Arbeitsgebiete, diese sind jedoch bis auf das des Zeremoniemeisters nicht besonders bezeichnet.

Zu den Narrenratssitzungen – ungefähr 11 bis 12 mal im Jahr – sind auch die beiden Ehrennarrenräte und Ehrenzunftmeister eingeladen. Sie sind jedoch nicht stimmberechtigt. Ihre Meinung, aufgrund ihrer Erfahrung fällt jedoch immer ins Gewicht. Die Sitzungen finden üblicherweise im Narrenstüble oben im Rathaus mit festgelegter Tagesordnung statt. Eine jedes Jahr angesetzte »Klausur« auf einer im Elsass gelegenen Hütte rundet die Zahl der Sitzungen ab. Dabei werden die aus Trauben hergestellten alkoholischen Produkte unseres Nachbarlandes bis auf’s äußerste getestet.

Neben diesen vielen Arbeitsstunden, die zur Führung eines Vereins dieser Größe und mit dessen kulturellen Auftrag notwendig sind, hat der Rat auch von vielen gemütlichen Stunden zu berichten: Eine jährliche Familienwanderung am Muttertag, bei der Wein, Schnaps und Vesper irgendeines Bauern in einem der Gengenbacher Seitentäler probiert werden, Weinproben, runde Geburtstagsfeste oder sich einfach nur so treffen, fördern unsere Gemeinschaft und tragen zu einem gesundem Arbeitsklima bei. Bei unerlaubtem Läuten der Niggelturmglocke kommt dem Rat eine Kontrollfunktion zu: Auch wenn es Stunden dauert, muss der Eingang zum Niggelturm ständig bewacht sein, um den Täter bei der Flucht zu stellen. Elf Liter Rebensaft, die als Strafe zu zahlen sind, könnten zu einer außerordentlichen Sitzung führen, die nicht unbedingt in der Narrenstube stattfindet.

Die Kleidung besteht – seit 1935 der Ornat neu geschaffen wurde – für den Außenbereich aus einem schwarzen talarähnlichen Samtkittel mit auffallendem weißem Kragen, roter Kniehose, weißen Strümpfen und Allongeperücke. Bei gesellschaftlichen Anlässen wird das »kleine Häs« getragen. An Stelle des Talars tritt eine kurze Jacke mit weißer Kragenbinde. Die Perücke entfällt, dafür wird ein schwarzes Samtbarett mit roter Feder getragen.
Die professionelle, wie auch altersmäßige Zusammensetzung des derzeitigen Gengenbacher Narrenrates ist ausgewogen, d.h. viele unterschiedliche Berufs- und Altergruppen sind vertreten. Bei aller Verschiedenheit jedoch ist dem Narrenrat die Liebe zu und der Spaß an der heimatlichen Fasend gemeinsam und ebenso der Wille, närrische Traditionen und Brauchtum zu bewahren, zu fördern und weiterzugeben. Alles unter dem alten Gengenbacher Narrenspruch: »Allen zur Freud - keinem zum Leid«

 


© 2008 Narrenzunft Gengenbach e.V
zuletzt aktualisiert am:09.11.2008, 15:58