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SCHALK WACH UFF...

Bis zum 20.01.2018...
01/20/2018 18:00

Der Klepperlisbub

Klepperlisbuben sind, wie man dem Wort schon entnehmen kann, nur Jungen. Was nicht heißen soll, dass Mädchen nicht kleppern können. – Allerdings dürfen sie bei »offiziellen Anlässen« nicht mitmachen…

Über die Herkunft des Klepperns gibt es viele Spekulationen. Fest steht, dass es in unserem südwestdeutschen Brauchtumsgebiet neben Gengenbach nur in Haslach, Radolfzell und Waldkirch aktiv ausgeübt wird. Dagegen ist es in fast allen Schweizer Regionen verbreitet – oftmals sogar als Fasteninstrument, das nur zwischen Aschermittwoch und Ostersamstag ertönt.

Ist nun der Ursprung dieses Brauches im Klappern der Aussätzigen zu suchen, die in der Zeit des 15./16. Jahrhunderts diese Kleppern benutzen mussten, um die übrige Bevölkerung vor ihrer ansteckenden Krankheit zu warnen? Oder klepperte der mittelalterliche Narr, der ja bekanntlich auch als Spötter gegenüber der Kirche auftrat, als Ersatz für schweigende Kirchenglocken?

Oder klepperte der mittelalterliche Narr, der ja bekanntlich auch als Spötter gegenüber der Kirche auftrat, als Ersatz für schweigende Kirchenglocken? Oder ist dieses »Holzschlagen« ein Instrument, das neben Besen, Löffeln und Pfannen Bestandteil alter zentralschweizerischer Volksmusik war, die in letzter Zeit in der Guggenmusik eine lärmende Neubelebung fand?

Wie dem auch sei – die Gengenbach Klepperlesbuben tragen schwarze Schuhe, eine schwarze Hose, darüber eine Küferbluse. Ein rotes Halstuch, nicht geknotet, sondern mit einer Streichholzschachtel befestigt, kleidet den Hals. Als Kopfbedeckung dient eine schwarze »Zipfelskapp«. »Bewaffnet« sind sie, je nach Können, mit 2 oder 4 »Holzklepperli« für eine bzw. beide Hände. Auf den Schulterbereich der Küferbluse aufgenäht ist auf der rechten Seite ein Strohbüschel, links eines aus Heu. So lautet das Kommando logischerweise: »Heurum« oder »Strohrum«.

Ein Aufnahmealter gibt es nicht; sobald man kleppern kann, darf man dazu. Mit 18 ist allerdings Schluss, dann warten andere Aufgaben, z.B. bei den Hexen…

Geübt wir zunächst zu Hause. Ab Mitte Dezember treffen sich dann die Interessenten mit dem Klepperlesmeister im Hexenkeller, wo zwei Mal die Woche das einheitliche Kleppern und das Klepperleslied trainiert werden. Ihren ersten großen Auftritt haben die etwa 55-60 Jungen am Hemdeglunker, es folgen dann der Heitere Owe, die Straßenfasenderöffnung, Fasendsundig, und Fasendzischdig beim Umzug. Spätestens nach dem Gizzigrufe am Dienstagabend sind auch die Stimmen der kleinen Narren ruiniert. Ihre fast »heiß« gewordenen Klepperle werden dann zur wohlverdienten Ruhe in die Schublade gelegt, bevor sie etwa 9 Monat später, leicht verstaubt, dort herausgeholt und wachgerüttelt werden.

Das Klepperlisbubenlied

Mir sin die braven Jungen der Gengenbacher Stadt,
es isch uns jetzt gelungen, was uns geträumet hat.
Mir singe luschdig druff, un klepp’re noch dezue.
So macht’s am Fasendszischdig ä jeder luschdig Bue.
Mir singe uns ganz heiser für unser hitig Feschd,
wenn Karl, der junge Kaiser, si Gnade walte lässt,
wenn er im Prachtsgewand uns Freiheit bringe duet,
de Kaiserball danäbe, des gibt uns frohen Mut.
Mir Klepp’re un mir scheide, mir sage euch adio,
mir wünsche euch viel Freude zum heut’ge Gaudio.
Die Gengenbacher Fasend, die isch uns s’ Liebschd im Johr,
drum klepp’re mir mit Freude, mir sin e luschdig’s Chor.

 


© 2008 Narrenzunft Gengenbach e.V
zuletzt aktualisiert am:14.02.2009, 17:15