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SCHALK WACH UFF...

Bis zum 20.01.2018...
01/20/2018 18:00

Der Hemdeglunker

Der Hemdeglunker ist immer dreieinhalb Wochen vor dem Aschermittwoch. Er läutet in Gengenbach die hohe Narrenzeit ein. Jeder richtige Narr fiebert diesem Samstag Ende Januar oder Anfang Februar schon Tage vorher entgegen. Der eine richtet seine ganzen Utensilien, die er für diesen Tag braucht und kontrolliert, ob alles vollständig ist, der andere muss sich eventuell noch ein weißes Nachthemd oder Ringelsocken besorgen.

Wie sieht das richtige »Häs« eines Hemdeglunkers aus? Ein weißes Nachthemd, darunter eine Spitzenunterhose, Ringelsocken und Strohschuhe bedecke den Körper, ergänzt durch ein rotes Halstuch mit weißen Tupfen, welches mit einer Streichholzschachtel zusammengehalten wird und letztendlich noch die Schlafmütze, genannt Zipfelskapp. Beim Hemdeglunker wird der Schalk, die Gengenbacher Hauptfigur, geweckt. Somit ist es notwendig, ein Krachinstrument bei sich zu haben. Beispiele hierfür sind: ein alter Kochtopf mit Kochlöffel, alte Blechdosen, Bettflaschen aus Metall, mit Steinen gefüllt, Päpern und andere Blasinstrumente, halt alles, was Krach erzeugt und nicht zuletzt die eigene Stimme. Der Hemdeglunkerumzug beginnt im 18.00 Uhr in der Bahnhofstraße, der Start erfolgt, nachdem die Glocke auf dem Niggelturm geläutet wurde. Der Umzug führt über die Garten- und Grabenstraße durchs Obertor, hinein in die Stadt, vorbei am Rathaus bis zum Niggelturm.

Dort entsteht ein dichtes Gedränge, jeder will den Schalk als erster auf der Brüstung entdecken. Ob Narrenrat, der den Umzug anführt, on Musikkapelle, Hexen, Spättlehansel oder alle anderen, sind, bzw. sollten im Hemdeglunkerhäs gekleidet sein. Im Wechsel schreit die Menschenmenge dann den Gengenbach Narrenruf: hoorig, hoorig, hoorig isch de Bär, und den speziellen Ruf für das Schalkwecken in Richtung Turmspitze:

»Schalk wach uff, Schalk mach mit, Schalk kum ra s´isch Fasendszit«

Dann beginnt ein kleines Feuerwerk und jeder weiß, jetzt kann es sich nur noch um Minuten handeln, bis man die Gengenbacher Hauptfigur zu Gesicht bekommt. Bald ist es soweit: Alle starren nach oben, der Schalk zeigt sich und die Narren sind glücklich, denn jetzt beginnt sie, die herrlich verrückte Fasendszeit. Bei der anschleißenden Proklamation weist der Schalk auf Zustände in der Stadt hin und fordert das »Volk« auf, ihn zum Rathaus zu begleiten. Dort erfolgt die Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister an die Narren. Vor dem Rathaus geben die Klepperlesbuben ihren Vortrag zum Besten, danach wird zum ersten Mal der Gengenbacher Narrenmarsch gespielt. Bei den anschließenden Hemdeglunkerbällen in der Halle und in den Wirtschaften der Stadt wird das erfolgreiche Wecken des Schalks ausgelassen gefeiert, meist bis in die frühen Morgenstunden. Eintritt selbstverständlich nur im Nachthemd. Die hohe Zeit hat begonnen.

 


© 2008 Narrenzunft Gengenbach e.V
zuletzt aktualisiert am:09.11.2008, 15:52